
“Ladies and gentlemen, from the United States of America, all hail Manowar!”, nach einer standesgemäßen Symphonie-Overtüre, die genauso hätte ein römisches Wagenrennen/Gladiatorenkampf in einem ausschweifenden Antik-Monumentalfilm einleiten können begann die zweistündige dezibelskalensprengende Metalorgie mit den markanten Worten des amerikanischen Filmregisseurs Orson Welles (u.a. Citizen Kane) in der Hannoveraner AWD Hall. Den Opener bildete das brachiale Call to Arms, nachdem sich die Warriors bewaffnet hatten zogen sie weiter durch ihr Repertoire, u.a. Sons of Odin sowie Warriors of the World, geradezu sentimentale Töne wurden bei Swords in the Wind angestimmt. Wind ist allerdings hier Stichwortlieferant: Trotz der kuscheligen Indoor-Atmosphäre in dem AWD-Kolosseum sowie den bierseligen Temperaturen hatte man als Immortal den Eindruck einem Wind ausgesetzt zu sein, trotz meiner Poser-würdigen Oropax konnte man den Sound am ganzen Körper spüren, Metal durch Mark und Bein, streckenweise schien es fast man würde sich unter Wasser bewegen, aber bei einer Band die laut Guinnesbuch louder than hell spielt, reine Gewöhnungssache;) Obligatorisch wurde Manowar-Style Bier-getrunken (Bierdose aufmachen, übern Kopf gießen, hoffen, dass was in den Mund kommt, leere Dose verwerfen, rotzen), Deutschland als Heimatland von Bier, Sex und Metal redefiniert, Fans auf die Bühne zum The Gods Made Heavy Metal-Rocken geholt und Poser bestraft, diese waren tatsächlich gekommen und hatten es gewagt Bierbecher auf die Bühne zu schmeißen, wurden aber kurzerhand von Joey DeMaio sourverän der Halle verwiesen. Gewöhnungsbedürftig – allerdings nur optisch – war das Ersetzen von Scott Columbus am Drum-Set durch Donnie Hamzik, dieser hatte bereits in den 80ern für Manowar geprügelt. Insgesamt eine würdige Veranstaltung, streckenweise pathetischer als ein Gottesdienst im Petersdom in Rom, aber wenn man versucht nicht alles für bare Münze zu nehmen sind Manowar die Kings of Metal.





