Das kleine Deutschland ist ein Land der konservativen Meckerköpfe, veränderungsunwilliger Schlafmützen und chronischer Pessimisten… Nicht doch so in den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts, von San Francisco schwappte die Flower Power-Bewegung ins disziplinierte Zentraleuropa, die Studentenbewegung weichte verkrustete Strukturen auf und dem Establishment wuchsen graue Haare. Irgendwo zwischen dem Ausstrahlungsbeginn von Star Trek in den Staaten und der Mondlandung 1969 strahlte das Erste Deutsche Fernsehen damals eine in Deutschland produzierte Science Fiction-Serie aus: Raumpatrouille. Commander Allister McLane und seine Multikulti-Crew an Bord des schnellen Raumkreuzers Orion VII nahmen so manche spätere Star Trek-Stereotype vorneweg und boten abgesehen von dem Schwarzweißbild sogar den ein oder anderen Trickeffekt, der dem amerikanischen Pendanten durchaus überlegen war. Unterlegt von einem wahrhaft himmlischen Soundtrack bekämpfte man auf Befehl einer durchaus faschistoid angehauchten zentralen Erdregierung Extraterristen – Frogs – wabernde Flüssiggestalten – sprengte eine aus der Bahn geworfene instabile Sonne in das Vakuum oder entdeckte gar auf einer abtrünnigen Erdkolonie – how schocking awful – eine matriacharlisch geführte Regierung, Männer dürfen hier lediglich Gartenarbeiten machen bzw. zum Spass sinnlos durch die Gegend marschieren – grenzenlos mutig im verbohrten Nachrkriegsdeutschland. Tricktechnisch damals ebenso wie der lockere Umgangston an Bord des Raumschiffs eine Pionierleistung. Die Serie brachte es leider nur auf sieben Episoden, kann sich aber auch heute durchaus noch sehen lassen, im Rahmen ihrer Erstausstrahlung schaltete gar die Hälfte der Republik ein, Einschaltquote: 52%. Schade drum, Star Trek lebt immer noch und der Tatort als deutscher Dauerbrenner wird noch produziert, aber scheinbar wäre die deutsche Filmindustrie mit aufwändig produzierter und niveauvoller Science Fiction heute schlichtweg überfordert, wie der 2003er-Kinoverriss der Orion-Mannschaft zeigt: Die sieben Episoden zusammenkopiert, unterbrochen von absolut albernen und sinnbefreiten „Sternenschau“-Beiträgen reflektieren die klassisch germanische Einstellung zu futuristischen Visionen: Kinderkram.
Archiv für Mai 2009

Mausefalle
Mai 25, 2009Der Mensch erfand die Atombombe, doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren.
(Albert Einstein)

Streetfighter
Mai 19, 2009„Er tötete bei einem Zwischenfall in Afghanistan eine Frau und zwei Kinder in einem Auto – jetzt wird das Ermittlungsverfahren gegen den Bundeswehrsoldaten nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen eingestellt. Sein Verteidiger spricht von einem wichtigen Signal für den Afghanistan-Einsatz.“ (Spiegel Online). Die Wichtigkeit dieser Meldung kommt Verteidigungsminister Franjo Jung (Zitat: „Wer Deutsche Soldaten angreift, bekommt die Härte und Gewalt Deutschlands zu spüren.„) denkbar entgegen, der Prozess um die unschuldig getöteten Zivilisten – eine Frau und ihre zwei Kinder am Steuer ihres Wagens – zog sich elendig und verläuft jetzt im Sande. Dinge die in der Heimat hohe Wogen um Killerspiele, Internetzensur und Auflösung von Schützenvereinen mit sich ziehen – nämlich das sinnlose Töten unschuldiger Leute, interessiert hinter deutschen respektive europäischen Grenzen scheinbar keinen Schlipsträger mehr. Die deutsche Staatsverschuldung erreicht Rekordhöhe, die Abwrackprämie vernichtet faktische Werte, das Gesundheitssystem und die Bildung siechen dahin, aber Geld für unnötige waffenlobbyistisch gepushte Amoktouren am Hindukusch, pardon, die Verteidigung Deutschlands am Hindukusch, scheint von immenser Bedeutung für das Wohlbefinden der deutschen Bevölkerung zu sein. Wäre das Ermittlungsverfahren gegen die Bundeswehr nicht eingestellt worden, hätte das möglicherweise den Rückzug dieser zufolge gehabt, da niemand hätte garantieren können, dass es nicht zu weiteren „Unglücksfällen“ gekommen wäre. Die drittstärkste Rüstungsnation untermauert somit ihren militärischen Anspruch wieder aktiv zu werden, c´est la vie.

07.06.2009: Europawahl
Mai 18, 2009Als jahrelanger Kritiker darf ich als diesjähriges (beitragsfreies) Schnuppermitglied mal ein wenig Werbung in eigener Sache betreiben, denn nicht vergessen: Am 7. Juni ist Europawahl, hab für einige Stunden die Ehre des Wahlhelfers inne:

Ad Astra
Mai 16, 2009
Der Rüsselsheimer Astra 1.6 G nähert sich der 130.000 km-Marke, die Airbaginspektionsleuchte blinkt (Reparaturkostenfaktor 150 €), der Ölwechsel steht an (50 €), die Winterreifen fahre ich momentan noch ab und sind im Winter fällig (Kosten 120 €), TÜV dieses Jahr (? €), den schafft der 98er-Opel denke ich, beweist aber wie im Vergleich zu dem unermüdlichen Vorgänger Nissan Primera, der ein jahrzehnt ohne Ölwechsel und Reparatur durch die Gegend heizte, wie zerbrechlich und altersschwach deutsch-(amerikanische) Automobiltechnik im Vergleich zur japanischen Qualitätsware ist. Insbesondere Opel hat hier in der Vergangenheit insbesondere zu Astra F-Zeiten miserable Leistungen aufs Parkett gelegt, der rostete schon im Autohaus. Werde versuchen die Karre am Leben zu halten und parallel in einen Sparfond zugunsten eines japanischen (Hybrid/Elektro)-Renners einzahlen, Spritkosten bilden schließlich die Krönung auf den Reparaturkosten. Ein Hoch auf Nissan, Honda, Toyota & Co, die Ingenieure und Bandarbeiter leben noch für ihre Arbeit!:)

