
A.S.S.-Force 2.0

Ein Flammenmeer würde sich dem möglichen Betrachter entgegenstrecken, apokalyptisches und völlig deplatziertes Getrommel im Hintergrund versetzt den Interessierten dementsprechend gehörig in sowas wie Endzeitstimmung. Langsam schiebt sich ein silberig glänzender – hier allerdings komplett unwichtiger – Schriftzug ins Bild – zu epochalen Klängen einer monumental sinnentleerten Symphonie. Plötzlich erzittert das Gesehene unter einer gewaltigen und feurigen Explosion, in der anschließend ein gigantischer vor – Größenwahn schier zerberstender – weiterer Bestandteil eines noch nicht vollends zelebrierten Schriftzugs unmittelbar auf einen sich möglicherweise vor diesem positioniert habenden Betrachter – aus Richtung 12:13 Uhr – zudonnert. Das Szenario ändert sich, ein versunkener Regenwald wechselt sich intervallweise mit idyllischen Wasserfällen, höllengleichen Lavaflüssen und actiongeladenen Vulkanausbrüchen im Rahmen einer musikalisch inspirierten Symbiose ab, eine allmächtige, fast göttlich erscheinende Stimme scheint dieses Wechselspiel der Elemente mit einer nochmals alles übertönenden Stimme zu erfüllen:
„Powers of the universe did sire a son…
He was baptized by fire, water, earth, and sky…
From darkness, he rose up in triumph
To ascend the throne of light,
And he alone shall ever be known
As the King of Kings…“
Anschließend schickt sich ein weiterer den Gigantomanismus wiederum auf die Spitze treibender Schriftzug an sämtliche (!) zuvor dagewesene unter ohrenbetäubendem Kampf der Elemente ins mythische Nirvana zu verbannen, „A.S.S.-Force 2.0“ glaubten manche Überlebende dieses Attentates auf die Menschheit im Nachhinein ihrer Reanimationsmaßnahmen gelesen zu haben. Insbesondere sich auf dieses Phänomen spezialisiert habende Nahtodforscher sprechen gar von einer kleineren Gruppe von Personen, angeführt von einem alles überragenden Actionhelden, der sich innerhalb dieser Nahtoderfahrungen über diesem ominösen Schriftzug positioniert haben und die unendlich weisen Worte „I´m so horny“ – besonders laut – von sich gegeben haben soll. Anschließend, so berichtete Professor Dr. *zensiert* D. Oom, ein renommierter Nahtod-erlebnis-forscher auf einer wenigen Tage zurückliegenden Pressekonferenz, seien die Visionen wie gefolgt verlaufen: Es begab sich auf dem versauten Planeten Erde, ungefähr so´nen Haufen Jahre nach der Geburt eines teilweise sogar ganz erfolgreichen Hobby-Weltverbesserers, in einer kleinen – einer der letzten verbliebenen, aber gleichzeitig auch einer der wichtigsten – US-Kasernen in Deutschland…

“Liegestütze, hoch, runter, hoch, runter, los ihr verdammten Arschkröten, bewegt eure gebährunfähigen Ärsche wie ich es vor ungefähr so 30 Jahren bei dem vierten Kong machen musste”, bellte eine sich Commander Torte nennende Persönlichkeit mit sehr gerötetem Haupt – an einer Zigarette kontinuierlich ziehend – über den Kasernenhof als ein kleiner verschüchterter, beständig nervös blinzelnder Unteroffizier – auch T-TobiTwo genannt – zu ihm trat und ihn minutenlang anstarrte – schließlich handelte es sich um Commander Torte®, er war seit seiner ersten Actionfigur die er zu Weihnachten geschenkt bekommen hatte ein großer Fan des Helden, der unter anderem bereits die Welt von Rauchern – lediglich sich selbst gestand der Commander dieses Laster noch zu – und George Bush befreit hatte. Nach minutenlangem Überlegen, was er denn jetzt sagen sollte gab er sich angesichts der entwaffnenden Männlichkeit des Commanders geschlagen und stotterte los: „C-C-C-Commander, w-w-wir haben…“, weiter kam er nicht, denn der Commander wendete seinen Kopf mit der majestätischen Anmut eines Stiers und sah anschließend unmittelbar auf ihn direkt hinab, er fokussierte und sondierte ihn zugleich, innerhalb weniger Einzelsekunden liefen vor seinen Augen sämtliche optische Paramater TobiTwos zusammen, die es ihm ermöglicht hätten diesen Menschen innerhalb der selben Zeit in seine Organe zu zerlegen und anschließend wieder zusammenzusetzen. „Ein Problem ?“, fragte der Commander – sein innerlich loderndes und schier unbegrenztes Gewaltpotential im Zaum haltend. Doch der Commander – die Gedanken seines hoffnungslos untergebenen Gegenübers lesend – setzte den Satz, den TobiTwo zu sprechen aufgab, auf eigene Faust fort: „Die Special Forces Reconaissance Unit hat verdächtige Bewegungen von Streitkräften hier in der Nähe festgestellt, sie vermuten es war in Eversen.“ TobiTwo, der sich angesichts der Tatsache mit seinem großen Vorbild reden zu dürfen, seiner Nervösität fast geschlagen gab, konnte anschließend innerlich die schier unerreichbare Kraft durch vermutlich göttliche Fügung doch noch aufbringen den nächsten Satz irgendwie geartet auf die Kette zu bringen: „Ich dachte Eversen ist auf ihren Befehl hin zerstört worden, Commander T-t-t-torte ?!?“ „Nein, das war Pömbsen“, gab der fast übernatürlich erscheinende Commander mit einer Spur Generosität in den tiefsten männlichen Tönen zu verstehen. Zusammenzuckend und mit einer Herzattacke kämpfend waren die letzten Worte innerhalb dieser Stunde die TobiTwo von seinem titanischem Vorbild hinterhergebölkt bekam „Damn, hol Bread und Peat her…Sofort!“, bevor er fluchtartig das Gelände verließ, anschließend einige Minuten vor lauter Glück an zu heulen fing – während er hinter einem Baum ausharrte – um sich daraufhin, äußerst langsam, zu diesen besagten Kameraden aufmachte um am Abend jenen Tages mit Einem dieser beiden zum Meister des gepflegten Masssakers, sprich zum Commander, zurückzukehren. „Hier ist Bread“, konnte TobiTwo seine Emotionen gerade noch kontrollieren. „Bread ?!?“, schrie der Commander wie von einem wilden Affen gebissen, „Wo zum Teufel ist Peat the Pussy, verdammte Scheiße nochmal !?!“, erbebte die Erde angesichts des stählernen Gewichts, welche Tortes Worte auf die drumherumstehenden Untergebenen auszuüben pflegte. „Der macht Cackage“, gab Bread trocken zu verstehen. Peat alias the Pussy kam händeringend, nach Luft hechelnd angerannt um sich anschließend angesichts dieses ganzen menschenverachtendem Gehetzes zu übergeben. „Pussy, du bist spät“, sprach Torte. Peat – völlig baff: „E-e-entschuldigung, es war´ne Schnecke, die brauchte lange…“. “ Der Commander ließ sich durch nichts irritieren: „Schnauze! Kommt das nochmal vor, schick ich dich zu den Marines, dann darfst du auf Amerikas neuestem Kriegsplatz mitfeiern. Wo wird das sein ? Iran?? Nordkorea ?!? Alles ist möglich bei Kommandant Scheiße-im-Schädel!!”
Peat murmelte eine nahezu vergebliche Entschuldigung, doch der King im Ring überlegte es sich gerade noch einmal anders: ”Egal, wir haben ein Problem, und ich bin DIE Lösung – das heißt: Ihr seid die Lösung!” Keiner sagte irgendwas, alle sahen betreten und sich über die weisen Worte des Chefs wundernd zu Boden. Doch der Commander, ein wenig irritiert angesichts der Reaktion der Kameraden über seinen Satz, sich seiner selbst ein wenig unsicher, gab zu verstehen: “Ach haltet einfach alle die Schnauze!!” Peat ganz leise, schier übermenschliche Kräfte aufbringend: “Aber S-S-S-Sir, es hat doch niemand etwas ge…”, doch in diesem Moment kann der Commander der verbesserten A.S.S.-Force nicht mehr an sich halten und schlägt mit einem einzigen Schlag Peat gegen die nächste Kasernenwand, welche – angesichts der bisherigen naturwissenschaftlichen Kenntnisse – hätte zu Bruch gehen müssen. Erlauben wir uns als miterlebende Zuschauer einen Wechsel des Ortes um zu erleben welche Machenschaften sich zur selben Zeit in einem kleinen archaisch anmutendem paramilitärischem Waldlager garnicht soviele Kilometer entfernt von der Basis der A.S.S.-Force abspielten:

Wachen patroullierten durch die Gegend und Mendozer hielt ein Meeting mit seiner engsten Gefolgschaft – seinem Ego – ab. Selbiger Speichellecker wartete allerdings noch auf seinen Meister, da dieser sich gerade einem Schönheitsschlaf unterzog. John: ”Jim hat aber einen kleinen Penis!” Jack: ”Gnihihi, Jim hat einen Penis!” Jim: ”Haltet die Schnauzen!” Jack: ”Gnihihi ich hab auch ein Penis!” Mendozer – der angesichts der kindisch anmutenden Krakelerei sich nicht mehr seinen Träumen von einer besseren Welt widmen konnte – stieß erhabenen Schrittes zu seinen engsten Gefolgsleute und hob ermahnend die Hand. ”Es wird Zeit das wir damit beginnen, unseren monumentalen Plan zum Umsturz der Weltordnung zu beginnen um zu zeigen wie mächtig wir sind.“, gab er in der Schule des klassischen Gentlemans zu verstehen. Jack: ”Gnihihi, ich hab einen Penis”. Mendozer – stilvoll wie immer – ließ sich durch seine pubertierende Truppe nicht aus der Fassung bringen: ”Irgendwelche Fragen?” Jim: ”Ähh, beinhaltet unser Plan Penise ?” Mendozer: ”Du Kulturbanause, das kann ich dir noch nicht sagen” Jim: ”Warum?” Mendozer: ”Oder hast du schon einmal ein Werk der klassischen Literatur in den Händen gehabt… in welchem die Idealisten nach 10 Seiten den Plan von einer funktionierenden Welt auszubreiten gedenken ?“ Jim: ”Ähh… ich…äh.. nein, Chief.” Mendozer: ”Gut, dann wäre ja soweit erstmal alles geklärt. Ich werde mich jetzt meinem Pen…äh meiner Flasche erlesenem Chateau 1895 widmen und in einer halben Stunde geht es dann hurtig los – zu unserer ehrenwerten Kontaktperson.” 24 Stunden später befand sich Mendozers krankhaft kindische Truppe an einem neuen Ort am scheinbaren Ende der Welt. Ein kleiner Hügel, vom Mondlicht umspielt, mit einer ominösen verschleierten Gestalt auf seiner Kupppe sitzend – ihre Silhouette erinnerte entfernt an eine berüchtigte Gestalt aus der Science Fiction – mit einem nicht näher definierten flötenähnlichem Stab versehen – der geneigte Betrachter vermochte nicht zu erkennen ob sich gar um den zweiten verbliebenen Raucher neben dem weltberühmten Commander oder um ein Musikinstrument gehandelt hatte.

“Fremde”, zischelte die Stimme des merkwürdigen alten Meisters als die Gruppe um Mendozer sich langsam dem Hügel näherte. “Fremde, seid ihr euch dessen bewusst welche gewaltige Macht euch damit in die Hände gelegt würde ?” hauchte die Gestalt unter seiner das Gesicht verdeckende Kutte in die Nachtluft, die allenfalls von den beiden leuchtenden Augen der Gestalt erhellt wurde. “Öhhhhhh”, blökte Jim die Stimme des alten Weisen um 100 Dezibel übertönend in die kühle Abendluft. “Schhhh”, grummelte John ihn von der Seite an. “Grunz, grunz, hast du auch einen Penis ?” stammelte Jack dümmlich daher, – theatralisch hob Mendozer die Hand in den sternenklaren Abendhimmel, mit einem Gesichtsausdruck wie für Rasierschaum werbend und mit einem Feldherrenblick behaftet blickte er mit zusammengekniffenen Augen in die Ferne und verkündete wild gestikulierend seiner Horde aus zusammengerauften noch pubertierenden Söldnern, arbeitslosen Chaoten und komplexe-beladenen Gangsta-Rappern: “Fresse, ihr Säcke!”. Doch genug der Männer um Mendozer, die dieser Aufmerksamkeit – Kommentar des Autors – nicht würdig sind, zurück zu dem Master of Destruction und seinem verweichlichten Anhang, zurück an eine nun garnicht mehr so weit entfernte Stelle im Wald, an der just zu diesem Zeitpunkt Commander „Steelfist“ Torte und seine geballte militärische Heeresmacht sich aufmachten einen Auftrag zu erfüllen, einen mehr als gewöhnlichen Auftrag, denn der Präsident der Vereinigten Staaten zeigte sich allein für diesen verantwortlich, denn er vertraute seinen Männern, wie einem kürzlichen Wahlkampfwerbespot zwecks seiner Wiederwahl zu entnehmen war…

”Denkt dran Jungs, dies ist ein geheimer Sondereinsatz, direkt befohlen von Präsident Norris. Feindlage unbekannt, Feindstandort unbekannt, Feindabsichten ebenfalls so unbekannt wie mir meine Telefonnummer. Noch Fragen?”, sprach sich „Steelfist“ Torte vor seinen Männern aus. Peat: ”W-woher wissen wir denn, dass wir hier richtig sind?” „‘Wir’ wissen garnix, Ich weiß es. Das reicht. In euren Verträgen steht das ihr mir bis in den Tod folgen müsst!”, gab der kompromissunfähige Despot zu verstehen. Bread: ”Ich hab keinen Vertrag unterschrieben…” Bombcruise: „Ich kann nicht schreiben.“ ”Mündliche Verträge unter Einfluss von eventuellen Drogen, übermäßigem Alkohol und zu teurer Nutten sind gemäß der Satzung der Autonomic Special Service – ehemals Anti-Smoke – Force bindend!! Verstanden ?!“ Eine Weile sagte niemand etwas bis sich Steelfist wieder zu Wort meldete: „Achtung, unbekanntes Objekt auf 12.30 Uhr, Männer.” Der Commander hielt seine Männer herrisch zurück und schaute gebannt in die Ferne, Leute die ihn näher kannten hätten meinen können, sie hätten ein Hauch von Furcht in seinem Blick mitschwingen gespürt: “Männer! Hinter die Büsche!”. Nachdem die Truppe während des Versuches hinter die Büsche zu klettern mehrere Male über ihre eigenen Füße stolperten und einen Krach mit dem Abheben eines Tornado-Geschwaders verursachten und die Staubwolken sich langsam gelegt hatten versuchten alle gebannt und ein wenig ängstlich in der Ferne etwas zu erkennen. Es lässt sich nicht genau beschreiben was sich in der Ferne abspielte, etwas diffuses von metaphysisch anmutendem Licht umspielt – mit zwei zentralen Leuchtquellen versehen; mit etwas Phantasie konnte man sogar mehrere Gestalten erkennen. “Ch-ch-ch-ch-Chef, w-w-w-was ist das ?”, stammelte Peat nervös vor sich hin. Schweiß stand der Truppe auf der Stirn. Commander Torte, der als einziger der Männer angesichts des fernen Mysteriums noch ein wenig Fassung bewahren konnte kramte leicht zitternd sein Infrarot-Fernglass mit optischer Zielfunktion aus der Tasche und widmete es einem erfahrenen Blick eines Hobbydiktators. “Damn jungs”, zischelte er “selbst im Fernglas bleibt es diffus, aber ich glaube ich erkenne eine Gestalt” und steckte sich die 23. Zigarette für heute an. “W-w-w-w-as glauben sie, um was es sich handelt ?”, murmelte Bombcruise, der Bruder von Willze. “Hab doch schon gesagt, nur eine Vermutung”, gab Torte ein wenig gereizt wegen der Fragerei nun zu verstehen. “Entweder du sagst es uns oder ich piss mir in die Hose”, bölkte Peat wie vom wilden Affen gebissen in die Nacht. “Tu´s doch”, murmelte Bread. Ziemlich wütend über die mangelnde Moral in seiner Truppe sprang der Commander auf beide Beine und stellte sich vor seine Männer (selbstverständlich immer noch durch den Busch vor dem Unbekannten geschützt): “Wollt ihr wissen, was ich VERMUTE ihr reudiger Haufen ? OK, dann hört gut zu… Leute die den Commander schon besser kannten wussten schon was sich während seiner weltbewegenden Ansprache in seinem teilweise von der Herrschaft über den Kosmos dominierten Geiste abspielte. Etwas wie einen „Clash of the Titans“ hätte man sich zu den Worten des Commanders, der diese mit einer schier göttlichen Inbrunst verkündete gut vorstellen können.

Und in der Tat, als der Commander sprach – freilich zwecks Demonstration seiner persönlichen Interpretation des eben gesehenen – war er geistig weit entfernt, weit draußen in einer Welt aus Lavaflüssen, abbrechenden Eisbergen, majestätisch daherstapfenden Dinosauriern, einschlagenden Asteroiden und einer alles dominierenden Darstellung der Gottheit Odin:
„Upon his shoulders perch two ravens, Hugin and Munin.
They circle the earth by day seeing all,
at night they report to him the world’s tidings.
He wears a golden helmet and a golden ring,
at his side sit two wolves.
His weapons a magic sword and a spear called Gungnir,
they are carved with runes.
His eight legged horse Sleipnir carries him over land, sea and air,
the bringer of the valiant dead, the einherjar,
from the battlefield across the rainbow bridge to Valhalla.
For a single drink of the enchanted water he paid with one eye,
he was granted supreme wisdom.
He is the god of poetry, sorcery, and death (!).
Wounded, pierced by a spear he hung upside down for nine days.
Fasting and agony he made of himself a sacrifice to himself.
Given no Bread nor Peat he looked down,
and with a loud cry fell screaming from the world tree.
In a flash of insight the secret magic of the runes was revealed to him.
He took up the runes and mastered them,
eighteen powerful charms for protection,
success in battle (!), lovemaking,
healing and the power to bring back the dead.
His sacred blood mixed with black wind and rain
wept down from the world tree deep into the earth.
He commanded the earth to crack open and to
spew forth the strongest of the strong!”
Nachdem der Commander, der persönlich ein Verehrer der altgermanischen Gottheit Odin war, dieses allerdings nie vor seinen Männern geäußert hatte, seine ganz persönliche Vermutung der diagnostizierten Ereignisse bekundet hatte, saßen seine Männer mit offenen Mündern hinter dem sie tarnenden Buschwerk und bewunderten insgeheim die Sprachgewandtheit des allmächtig erscheinenden Commander Tortes. Nachdem sich die Wogen um die sagenhafte Ansprache Tortes wieder gelegt hatten begaben sich die Männer der ehemaligen Anti-Smoke-Special-Force – einen Heidenlärm verursachend – auf einen scheinbar einsamem Mann, mit einem stabähnlichem Utensil mehr oder weniger bewaffnet, auf einem Baumstumpf zu. Die A.S.S.-Force – mit dem Commander an der Spitze – näherte sich unter einem lauten Grunzen, Hecheln und Stöhnen – unauffällig – der mysteriös erscheinenden Kreatur. Ohne auch nur den Hauch eines Zögerns sprach Commander Torte ihn an: ”Ich bin der Supreme Commander in Chief of the A.B.C. – pardon – A.S.S.-Force, General Torte, außerdem bin ich Produzent zweitklassiger Filme, bekennender Nichtraucher – mich selbst ausgeschlossen – und zudem der Mann an den die letzten Worte von George Bush gerichtet waren…

…und verlange hiermit umgehend Auskunft über ihre Mission!!” Das geheimnissvolle Wesen schien ihn verwirrt anzustarren: ”Leute, die mich kennen, nennen mich The Risc !“ Supreme Torte, leicht verwirrt – auch wenn er es nie hätte zugegeben: ”Was is das denn für´n bescheuerter Name?” ”Ich schleiche mich ab und zu sogar auf Heavy Metal-Konzerte und spiele auf der Bühne heimlich sogenannten False Metal, gibt es ein größeres Risiko, Commander einer Truppe der es keinen Commander bedarf ?”, gab der zwielichtige Bote einer jenseitigen Welt zu verstehen. Das Heer um den legendären Actionhelden aus den Kindheitstagen TobiTwos zeigte sich zunächst tief beeindruckt, doch die anfängliche Faszination wandelte sich allmählich in annähernd nackten Hass, als sie merkten, was die eben vernommenen Worte tatsächlich bedeuteten: Ein Poser…einer der Erzfeinde des alles überschattenden Commanders, genau wie Protestanten, Katholiken, Nazis, Kommunisten und Demokraten und ein gewisser M. Urxel aus aus einem gewissen Bergdorf in einem der dunkelsten Teile Deutschlands. Doch Torte, ein gestandener Profi, verstand es seinen Hass zu unterdrücken: ”Kennst du dich hier im Wald aus?” ”Ich weiß alles was hier passiert, ich wohne hier!”, gab diese, sich als gottähnliches Wesen tarnende, Kreatur zu verstehen. ”OK, wir suchen eine mir unbekannte Anzahl Personen, deren Identität mir ehrlich gesagt scheißegal ist, die sich hier aufhalten, vielleicht aber auch nicht – naja, scheiß drauf – jedenfalls gedenken diese Säcke hier irgendwas zu tun.” Doch dieses Wesen schien sich als hilfsbereiter als zunächst gedacht zu erweisen: ”2 km in diese Richtung, beim großen Kastanienbaum rechts!”, wies es den gestandenen A.S.S.-Prachtkerlen den Weg. ”OK, danke, noch was, Whimps and Posers leave the Forest!”, sprach Commander T. und schoss aus einem Meter Entfernung auf den „Poser“, der zwanzigste Schuss verfehlte das Wesen nur knapp, doch dieses wiederum erwies sich als eine Art von Astralwesen, da die Kugel scheinbar durch den dünnen Leinenstoff durchflog um erst – es handelte sich vermutlich um Explosivgeschosse – einen 30 Meter entfernten Baum in seine atomaren Einzelteile zu zerlegen. Der Commander ließ sich jedoch durch nichts irritieren – schließlich war The Master of Destruction auf der Militärakademie sein zweiter Vorname gewesen – und schritt strammen Schrittes – im Bestreben diese Blamage schnell vergessen zu machen – voran. Seine untergebenen Hobbykrieger zeigten sich allerdings tief beeindruckt angesichts einer dermaßen perfektionierten Schusspräzision wie sie nur der Commander der A.S.S.-Force beherrschen konnte, sie hätten 3 Tonnen Muni…Magazine gebraucht. Naja, jedenfalls drangen unsere Helden weiter in den dunklen märchenartigen Wald vor und schritten tagelang – Bread kam es vor als wären es Monate gewesen – in dem Gehölz umher, selbstredend folgten alle ihrem heimlichen Idol Commander Torte, doch dieser – zu faul sich auf den Weg zu konzentrieren – schritt einfach hinter Willze, dem Langsamsten seiner Truppe hinterher. “D-D-D-du, Chef ?”, stammelte Bread ängstlich nach einer Weile. “Hmprf”, grunzte Torte und rotzte auf den Boden. “W-w-was ist´nen Poser ?” traute sich Peat die insgeheime Frage der Truppe nun laut auszusprechen. Doch der Commander antwortete nicht, tat so als hätte er diese Frage nicht gehört. Weiter marschierte die Truppe durch den urigen Wald. Doch der Commander, der ein Großteil seiner Einkünfte aus dem Merchandising um seine Person bezog, ließ seinen Gedanken freien Lauf, er erinnerte sich an seine Jugend auf der Militärakademie – einer Akademie die es freilich nicht mehr gibt, noch freilicher natürlich erst nachdem der damals noch junge Torte diese verlassen hatte, die Gründe lässt der Freizeitdespot selbstredend vor Publikum bei einem seiner zahlreichen Vorträge an Universitäten über Militärtaktiken gerne unter den Tisch fallen. Einer der schlimmsten Erinnerungen im hochkomplexen Fundus des Commanders war diese eine spezielle, in welcher er damals – wie immer die einem Massaker gleichende Musik seiner Lieblingsrockband mithilfe eines Discmans hörend – an einen Baum gefesselt war und von mehreren Vertretern der Hip-Hop-Fraktion der Akademie gehänselt und getreten wurde, die sich im Nachhinein als Poser offenbaren sollten. “J-j-j-ja, will auch wissen was´nen Poser ist”, weckten Bombcruise und der vor ihm laufende Willze den Commander aus seinen nicht so schönen Träumen wieder auf. “Damn”, zischelte der Commander und nahm sich eine weitere Zigarette, die sich hinter seinem Ohr befand und steckte sich somit die 32. für heute an. Mühsam begann der A.S.S.-Force-Commander seine Truppe nun über den Begriff des Posers aufzuklären “Also, Leute, Poser sind Leute, die meinen…”, doch glücklicherweise klingelte in diesem Augenblick das Freisprech-Handy des Commanders, welches wie alle etwas besseren satellitengestützten militärischen Kommunikationseinheiten heutzutage mit einer LiveCam ausgestattet war. Erfreut darüber seinen Leuten nicht die Wahrheit sagen zu müssen meldete er sich wie gefolgt am Apparat, der ihm zuvor, selbstredend, von seinem Kommunikationsoffizier Brutze adäquat vor dem Gesicht positioniert wurde: “Commander Special in Chief, commanding officer of the forest destruction group with a big bullet in my personal aftershave, knowing precisely what motherfucking son of a bitch you are baby, alright, alright, here ist the commander of the Autonomic Special Service Force™, Commander Torte® a.D.* (*autonomer Destruktor)” „Here President Norris“, drang es sonor aus den Stereolautsprechern des Apparates, der wiederum in Windeseile auf audiovisuelle Übertragung wechselte und Torte vor dem Präsidenten zu salutieren begann.

Trotz der schlechten Bildqualität – zu Ungunsten des US-Präsidenten selbsverständlich – behielten sich mehrere Fernsehsender – sie hatten Unsummen in die Rechte an dieser denkwürdigen Begegnung investiert, Fox bekam letztendlich die Exklusivrechte, dennoch ließen es sich die anderen Sender mit einer zeitlichen Verzögerung ebenfalls nicht nehmen die Neuigkeiten der A.S.S.-Truppe live zu präsentieren – die Übertragung vor, da aufgrund der aktuellen Retrowelle mehrere Stationen es sich nicht nehmen ließen, die Verfilmung einer weiteren denkwürdigen Mission Commander Tortes unter dem Titel „A.S.S.F. – The Very Special Force“ ins globale TV-Netzwerk einzuspeisen. “Mr. President, was kann ich für sie tun?”, gab der Commander knapp durch – schließlich war auch seine Sendezeit begrenzt. “Wie geht es mit ihrer geheimen Geheimoperation voran Commander?”, äußerte sich Präsident Chuck Norris darauf hin. “Alles unter Kontrolle Mr. President, wir sind fertig when we’re done!” “Okay, ich wollte ihnen nur sagen das sie heute vom Kongress für ihre 3. Medal of Honor vorgeschlagen wurden.” “Schon wieder? Naja, was solls, da muss ich durch!” “Genau. Denken sie dran: Amerika ist reif endlich mal wieder einen Krieg zu gewinnen! Dafür haben mich die Leute gewählt…” “Sie wurden nicht gewählt Mr. President, sie haben nur gesagt das sie der neue Präsident sind, und keiner hatte den Mumm ihnen zu widersprechen und ich hatte keine Lust auf den Stress.”, nahm der legendäre Actionheld kein Blatt vor den Mund. “Wie auch immer, merkt eh niemand…Ich muss jetzt los. Vizepräsident Hasselhoff will unbedingt ‘Looking for Freedom’ als Nationalhymne deklarieren und ich muss noch den achten Golfkrieg planen, da meine Frau heute Sport hat, ich kann mich aber noch nicht entscheiden welches Land dieses mal dran ist, wahrscheinlich denke ich mir eins aus, was halten sie von Lampukistan? Gibt es so ein Land überhaupt ?! Naja, good Luck Commander. Over and Out!”, beendete der Präsident, der durch legendäre Propaganda-Filme wie „Missing in Action“, „Invasion U.S.A.“ und schließlich vor garnicht soo langer Zeit durch „The President´s Man“ schon im Vorfeld auf seinen mitlerweile für unnötig befundenen Wahlkampf hinzuweisen pflegte, das Gespräch. Der Commander legte auf und sah in die Ferne, überwältigt von diesem großen Patrioten im Weißen Haus. Seine Crew wurde nach einer halben Stunde ungeduldig… “Hey Boss, was wollte der Oberboss denn?” “Männer, der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zählt auf uns, wir dürfen nicht versagen!”, gab Torte eindeutig zu verstehen. Ortswechsel zurück zum scheinbar ach so mystischen Astralwesen The Risc, welches sich immer noch über den leichten Streifschuss des A.S.S.-Force-Commanders ärgernd über den Boden wälzte und sich die Klamotten vom Leib riss und anfing, seine Schussverwundung – man höre und staune es handelte sich also doch um ein Wesen aus Fleisch und Blut, zu deutsch um einen Aufschneider – fachgerecht zu behandeln, sprich abzutupfen, mit etwas Leinenstoff seines Karnevalsumhangs und einem billig aussehendem kleinen Stock doch relativ gelungen wieder zuzunähen.

Mendozer kroch zuerst wieder aus der büschebedeckten Versenkung empor und gab seinem dauerpubertierendem Kiffer-Haufen zu verstehen ihm zu folgen. “Also alter weiser Mann”, sprach er gedehnt “jetzt wo deine Wunde versorgt ist, was wollten diesen Männer von dir ?”. “Erstens”, erwiderte der sich nun durch Meditation wieder regenerierende angeschossene Poser “ist mein Name The Risc, zweitens war er der Wahrheit nicht mehr oder weniger nah als als ihr”. “Höhöhöhöhö”, gab Jack sein Unverständnis zum Ausdruck, während Jim ihm eine Flasche Tequilla über den Schädel zog und beide lautstark an zu lachen fingen “Höhöhöhö”. “Ruhe im Puff!” quikte Mendozer – selbst schon ein wenig lallig – mit bemerkbar schwindender Autorität dazwischen und rieb sich mit den Worten “Wuuhh-Saahrr” anschließend die “Wut” aus seinen Ohren um sich noch mehr zu beruhigen. “Ok, weiser Mann, sprich nicht länger in Rätseln, sage uns wo du das Geheimnis…”, in diesem Moment explodierte unmittelbar in der Nähe fast der komplette Wald (wie auch sonst jede Menge), Trümmerfetzen, Bäume sowie zahlreiche weggeschmissene Bongs und Tequillaflaschen aus dem ehemaligen Repertoire von Mendozer flogen den sich nun in Gegenwart von The Risc befindlichen Männern um die Ohren.

5 Minuten vorher, annähernd 649 aufgerundete Meter entfernt: Nach kilometerlangem Marsch lässt der Commander anhalten, da seine Beine müde waren und ein mittelkleines Holzobjekt, genauer spezifiziert – ein Ast – den Weg – streng genommen nur für querschnittsgelähmte Rollstuhlfahrer – versperrte. “TobiTwo, sprenge diesen Baum, er versperrt mir die Sicht! Nimm den thermonuklearen Sprengsatz, denn diesen hat Willze und der steht gerade neben mir!”, bellte der Commander unter Darbietung seiner letzten Kräfte und leicht verdrossen darüber, dass ihm offenbar erneut Steine bzw. Äste, während der Erklimmung seiner Karriereleiter, in den Weg gelegt worden sind. “Aber Commander, ich kann nach besten Wissen sagen, dass das Wahnsinn ist!” “Wahnsinn ist unser Job, nerv mich nicht”, seufzte Torte müde vor sich hin. TobiTwo konnte gerade noch mit dunklen Augenringen den Sprengsatz anbringen. Die A.S.S.-Force presste sich ohne größere Anstrengung auf den Boden, aus der Sicht eines ehrlichen Beobachters sei mit ziemlicher Sicherheit gesagt, dass 90% der Truppenmitglieder schon vor Erschöpfung einschliefen bevor sie den Boden überhaupt erreichten, der Rest allerdings anschließend im nächtlichen Waldlaub um so fester , dann explodiert die Atombombe…
12:50…Washington D.C…Pentagon.

“Sir, es hat einen nuklearen Zwischenfall in Westeuropa gegeben…”
“Das waren die Russen, da bin ich mir sicher!”
“Woher wollen sie das wissen, immerhin ist nur ein Wald draufgegangen…”
“Die Russen konnten noch nie zielen, kontaktieren sie die Air Force, die ICBMs müssen startklar und betankt sein. Verbinden sie mich umgehend mit Präsident Norris!”
Kurze Zeit später, 13:05…Moskau…Kreml.

“Es gab in Westeuropa eine nukleare Explosion”
“Das waren die Amerikaner, die wollen uns das in die Schuhe schieben um uns anzugreifen!”
“Grade kommt die Meldung rein, das die amerikanischen Raketen zum Abschuss vorbereitet werden”
“Wusst ichs doch, ich muss sofort zu Präsident Ikorow, lassen sie die Raketentruppen Vorbereitungen für einen Erstschlag treffen!”
13:10…Westeuropa…Explosionsgebiet.
“Wow, fett!”, war alles was Torte angesichts des sich nun wieder legenden ohrenbetäubenden Lärms rausbekam, während sich die üblichen knallharten A.S.S.-Jungs langsam aber sicher – immer noch ein wenig gähnend – wieder aufrafften. “Sir, wie kann es sein das wir überlebt haben?” fragte Peat ungläubig.“Verdammt, wenn wir tot sind ist alles zuende, schonmal soweit gedacht, Pussy?”, schrie Commander Torte. “Nein, Sir, Entschuldigung Sir!”, betete er sein Idol an. “Ein Soldat der ASS-Force bettelt niemals um Entschuldigung, er bittet um eine harte und gerechte Strafe!”, zitierte Torte die oberste A.S.S.-Direktive zum über hundertsten Mal in diesem Jahr rauchend runter. “Jawwwwwohl, Sir!”, hallte es im Chor durch die leicht verrusten Reste des Waldes – unter anderem um zu demonstrieren, dass man jetzt nicht mehr müde war. “Nun gut, endlich hab ich freie Sicht…”, begann Torte das Thema zu wechseln als sie den Wurzelweg einige Kilometer weiter, bis zu einer gepflasterten Terrasse, die sich wiederum im Nachhinein – im Rahmen der Nahtod-Erforschungsgremien – als Bestandteil eines Privatgrundstückes herausstellen sollte – gefolgt waren. Nach einer rudimentären Grillpause angesichts des grellen Sonnenaufgangs – die Augen von Torte und seinen Jungs waren schließlich noch gestählt angesichts des atomaren Feuers – in einigen noch relativ gut intakten Gartenmöbeln erkundigte sich der King of Kings bei Brutze, der heute die Ehre hatte dieses schwere Instrument zu tragen – er hatte jene Apparatur von einem Kameraden aus alten Akademietagen geschenkt bekommen, der ursprünglich vorhatte mit diesem Instrument den Sternenhimmel zu betrachten – nach seinem patentierten Tortescope und spähte in die Richtung von Mendozer und seinen Männern: “Ahh, was haben wir denn da…”, murmelte der Commander, der diese Gerätschaft damals während eines Rechtsstreites – mit dem Raucher I. Gore – patentieren ließ, da dieser damit damals im Rahmen der „Nichtraucherkampagne“ eventuell bedrohliche A.S.S.-Force-Mitglieder präventiv aus weiterer Entfernung hätte (nachgerüstet versteht sich) ausschalten können. Die Minuten zogen dahin…

„Hmpf“, murmelte Torte, sein Gesicht zuckte schmunzelnd, nicht wissen ob er lachen oder nun endgütlig weinen sollte angesichts dessen, was er im Fernrohr sah, doch TobiTwo – geschickt wie eh und jeh – verstand es wieder Mal die meditative Stille des Commanders zu unterbrechen: „H-h-Hääääy“, konnte er gerade noch den Mut finden, „whaz app in zäth Förnrohr“, gab er sich cool. Doch der Commander – abermals erbost über das unsachgemäße Verhalten seines angehenden Stellvertreters – erwachte aus einem amüsierten Schmunzeln, einem Schmunzeln über Arbeitskollegen, denen es noch dreckiger ging als einem selbst, und wendete wie in Zeitlupe seinen Kopf in Richtung des kleinen Nervenbündels. Doch TobiTwo, in Gegenwart seines gigantischen Vorbildes sich wiedermal in innerer Erregung aalend, überspielte sein Verhalten geschickt mit gekünstelter Naivität: „N-nee, wollte d-doch mal wiss-s-sen, wass du-du-du in deinem äh T-t-t-t-ort-t-t…äh dem…..*stille*………*immernoch*……….*gleichvorbei*……..STRENG GEHEIMEN MILITÄRISCHEN FERNROH DER AUTONOMIC SPECIAL SERVICE FORCE* (*proudly presented by Commander Torte) SIEHST !?!“, schrie er seine innere Angespanntheit dem Commander förmlich ins Gesicht. Schweigen. Commander Torte zelebrierte just in diesem Moment eine neue Definition des Begriffes Schweigen. Doch nach einer kleineren Kunstpause wie sie in Actionfilmen in solchen Momenten gerne gehandhabt wird, riss Torte seine Very Special-MG aus seinem speziellen Halfter, setzte auf den völlig desillusionierten TobiTwo an und…senkte angesichts der entwaffnenden „Verweichlichung“, wie sie im Nachhinein von dem Commander annähernd klassifiziert wurde, seine Waffe langsam, man hätte diesen Vorgang abermals mit einer Zeitlupe umschreiben können, wieder zu Boden. „Sag dass nie wieder!“, gab er kontrolliert aber bestimmt zu verstehen. Doch TobiTwo – scheintot lallend – gab nicht auf, er durfte vor dem Commander einfach sein Gesicht nicht verlieren: „Hääähh ?“, tat er so als hätte er die eben vernommenen Worte absichtlich überhört. Doch Torte, ein Mann der Tat, war es gewohnt ohne auch nur den Hauch eines Zögerns zu arbeiten, riss seine Very Special-MG – versehen mit Explosivgeschossen – hoch und gab über 20.000 besonders heftiger und gut gezielter Schüsse auf den bemitleidenswerten Jüngling TobiTwo, der sich bis zum Abend diesen Tages nicht wieder erholen sollte, ab. Ein kilometergroßer Krater markierte den Wendepunkt zwischen flächenddeckendem, atomar verbranntem Unterholz und der Stelle an der sich bis vor kurzem noch der Garten einer unbekannten Familie oder Person befunden hatte. „Damn“, gab Torte amüsiert zu verstehen, „könnte doch noch ein guter Tag werden.“ Doch werfen wir abseits den Hauptgeschehens wieder einen Blick nach Moskau, genauer gesagt: in den Kremlpalast: Präsident K. Laschni Ikorow sah fassungslos auf den Bildschirm, der ein Satellitenbild, auf dem gerade ein Teil Deutschlands sich in ein Loch verwandelte, dieses wiederum einem Asteroideneinschlag glich, darstellte “Pavel Abramowitsch, was hat das nun wieder zu bedeuten, eine erneuter Nuklearschlag?” “Sir, wir wissen es nicht, bis jetzt sind keine erhöhten radioaktiven Messwerte diagnostiziert worden.” Doch nun genug der unliebsamen Weltpolitik – wieder zurück zu unseren Action-Helden am Rande der rechtzeitig nochmal vermiedenen Apokalypse: “Ok, Männer, Spass beiseite, sammelt mir TobiTwo ein”, er zeigte auf einen aus seiner Truppe der sich offensichtlich für die medizinische Versorgung verantwortlich zeigte, “und du flickst ihn fachgerecht zusammen, verstanden, klar Koali ?!?” Koali, der Arzt der A.S.S.-Force (schielt ein wenig und stottert): “O-o-o-o-Keh-keh, hähähä, alllläs kain Teil *rülps*, Sir”. Commander Torte ließ sich durch das komplett asoziale Verhaltens seines Mannschaftsarztes nicht aus der Ruhe bringen. “Ausführen”, pustete er männlich in Kombination mit Marlboroqualm in die Waldluft. Doch währenddessen erschien ein roter Punkt wie von einer Laserzielerfassung auf der Stirn des Commanders. Doch Torte rührte sich nicht, sein Gesicht war wie versteinert, schließlich war er in Bad Driburg (letztes Jahr), in Korea (Pauschalreise nach Seoul) und auf Iwo Jima (Kreuzfahrt im Pazifik). Brutze meldete sich flüsternd mit zitternder Stimme: “Sir, ich glaube wir sind umzingelt!” Doch der Boss verzog keine Miene, aber Augenzeugen schwören später sie hätten ein Lächeln über sein stahlhartes Gesicht zucken sehen: “Exzellent, wir können in jede Richtung angreifen !” Ein Mann aus Mendozers Truppe kam auf die eingekreisten Helden zu: “Was tut ihr hier?”, gestählt von vietnamesischen Kriegsgefangenenlagern (im Rahmen der Vietnam-Reise hat er eins besichtigt) antwortete der Chef-Warrior der A.S.S.-Force short and precise: “Was machst du hier?” Doch Tortes Gegenüber erwies sich als ausgeschlafener als zunächst angenommen:“Ich stelle hier die Fragen!” Torte, solche Albereien aus Kindertagen gewohnt, blätterte gleich einen Klassiker aus einer „Schlagfertigkeit for Homies“ getauften Gehirnsektion “Deine Mutter stellt Fragen, in der Regel solche wie ‘mit oder ohne Gummi’ oder ‘50€ für französisch’!” Der Unterhändler, sichtlich schockiert, gleichzeitig wütend: “Der selbsternannte Fürst der Finsternis hat mich geschickt!” Doch für den legendären Commander war dieses bereits kalter Kaffee:
“Was hast du mit George Bush zu tun?”
“Mein Fürst ist dunkel im Herzen, nicht im Kopf!”
“Ok, dann arbeitest du für Nintendo!”
“Was soll der Scheiß denn? Wie kommst du auf Nintendo?”
“Ich mag Pokémon!”, brachte Torte sein Bekenntnis zum Rollenspiel zum Ausdruck.
Der Andere sichtlich irritiert: “Jetzt wirds mir zu bunt, stirb du Versager!”
Der mendozeranische Unterhändler zückte seine Waffe, aber C.T. hatte diesen Angriff bewusst provoziert. Blitzschnell warf er sich auf den aschebedeckten Boden und damit außerhalb des rotleuchtenden Fadenkreuzes des Richtschützen, zog im freien Fall seine Very Special-MG aus der Verankerung auf Brutzes Rücken und erschoss den Unterhändler nach allen Regeln der Kunst. Stille. Beide Seiten waren völlig überrascht von diesem Überraschungsangriff, der Wind wehte über das dunkle Schlachtfeld, nichts war zu hören, nichts, außer Commander Torte:
“Pika,Pika!”
Die A.S.S.-Force 2.0 reagierte am schnellsten, schließlich waren sie noch besser als die Ur-Truppe an die Ausbrüche sinnloser Gewalt gewöhnt, was nicht ausschließlich darauf zurückzuführen war, dass sie über eine wesentlich ausgefeiltere Waffentechnik verfügten. Bread, Peat und Brutze kümmerten sich liebevoll um die hintere Flanke, Koali versteckte sich in seinem Medical Support-Zelt und verteilte gelegentlich aus dem Eingangsbereich Behältnisse mit Opium, während Torte mit Willze als Eskorte den Heckenschützen – sowie die sich dahinter versammelten Freunde von diesem – erledigten. Kamikaze-Experte Bombcruise – ein Berufsselbstmörder – rannte einfach mit Bombengürteln in die feindliche Armada hinein. Kurzum, es gab ein Heidenspektakel, ohnehin entwurzelte Bäume wurden abermals dem Erdboden gleichgemacht, Tequillaflaschen flogen in sich zusammenschmelzend durch die Luft. Zwischen all der Action befand sich niemand geringeres als Commander Torte persönlich, lässig an seiner Zigarette ziehend, verteilte er eine Kombination aus Gnaden- sowie Salutschüssen auf Basis seiner vollends ausgefahrenen Very Special-MG, die sich im Rahmen ihrer letzten pokémon-artigen Entwicklungsphase auf eine mit multiplen Rohren versehene – und äußerst gewöhnungsbedürftige, an Schiffskanonen erinnernde – Ausgeburt des teuflischen Größenwahns entwickeln konnte.

Die Schlacht tobte hin und her, als plötzlich Mendozer gemächlichen Schrittes auftauchte und seinen Männern befahl, das apokalyptische Feuer doch bitte kurzfristigerweise einzustellen. “Ahhh… Törtchen, ganz der Papi, ich habe mit General Sahnetorte… Hitlers Hund – Daisy – aus Burg Wolfenstein geklaut, und ich muss sagen: Du hast den gleichen Hang zu sinnloser Brutalität wie dein biologischer Erzeuger, großartig!”, kam der elegant gekleidete Mann spontan zum Punkt und überreichte dem King of Kings eine besonders schöne Rose, an welcher eine nett beschriftete Grußkarte baumelte …
“Wer bist du Homo?”
“Mein Name ist Mendozer. Und ich hätte eigentlich die Position deines Vaters bekleiden sollen, aber Präsident Roosevelt starb leider Gottes auf mysteriöse Art und Weise als er grade meiner Ernennung beiwohnen wollte. Anwesend waren er, dein Vater Sahnetorte und ein Elvis-Double! Nach diesem Verrat habe ich meine eigene Einheit aufgebaut, aber die A.S.S.-Force war zu gut zu mir, wir bekamen keine Aufträge mehr rein – Outsourcing war das Stichwort – daraufhin zogen wir als bezahlte Söldner durch die Welt!”
“Für wen habt ihr gearbeitet? Sudan? Iran? Ostblock?”
“Coca-Cola, IBM, Disney, Fox…”, sprach Mendozer als sei es das Evangelium.
“Und was habt ihr für die gemacht?”
“Merchandising, ich wollte schon immer kreativ sein. Außer für Fox, das war eine hässliche Geschichte über die niemand reden sollte…”
“OK, aber was wollt ihr hier?”, konnte sich Torte – insgeheim einen weiteren Kampf erhoffend – nicht mehr gedulden.
“Ob du es glaubst oder nicht, ich habe nie meine Ideale verraten. Durch meine Zeit bei Disney – in Wirklichkeit ein Tarnunternehmen des KGB, um die amerikanische Bevölkerung unterschwellig mit kommunistischer Propaganda zu indoktrinieren – habe ich einige Kontakte dort hin. Selbige haben mir von einer Gefahr erzählt, die größer ist als ein Republikaner im Weißen Haus. Und genau deshalb sind wir hier, genau hier. Genau wie ihr!”, schwafelte der rhethorisch begabte Mendozer am Thema vorbei.
“Na schön, und wer oder was ist diese Gefahr?”, paffte C.T. ungeduldig Marlboroqualm in die Luft.
“Wir waren gerade dabei das herauszufinden, als ihr ne Atombombe gezündet habt!”
“Sorry, aber wi…”, brach C.T. den Satz doch noch ab, da er hätte absurd enden müssen.
“Ist doch kein Problem, das hast du doch von deinem Vater, deine Mutter stand bekanntlich mehr auf T.N.T. und ähnliche Massenvernichtungswaffen, naja wie auch immer, jedenfalls ist dieses verdächtige… Subjekt in dem Augenblick geflüchtet, als ihr kurzfristig halb Mitteldeutschland hochgejagt habt. Ich sage Ihnen, Commander Torte, wir sollten einer ausgewogenen Zusammenarbeit nicht abgeneigt gegenüber stehen!”
Torte sah ihm tief in die Augen, nickte kaum merklich und sagte kalt:
“TobiTwo, Plan B”, ohne mit der Wimper zu zucken und Nikotin inhalierend. TobiTwo, der mehr oder weniger verstrahlt, zusammengeflickt und geistig nicht mehr ganz auf der zu erwartenden Höhe anhumpelte, flüsterte dem Helden der Nation unter Darbietung all seiner zu Verfügung stehender Kräfte etwas ins Ohr:
“WaznPlahnBähhh?!”
C.T. - seine Meute an mutigen A.S.S.-Kriegern begann sein Nervenkostüm langsam aufs äußerste zu strapazieren – bemerkte ein nervöses Zucken in seinem Zeigefinger – den Finger den er am liebsten an einer der verschiedenen Entwicklungsstufen der Very Special-MGs betätigte.
“TobiTwo, all die Jahre warst du mir stets ein guter Freund und ich hätte nie gedacht, dass es eines Tages mal so weit kommen….”
“WhaznPlähhnnPeeeehh ?!? Hääh ? Hähähä”, begann T.T. nun geistig vollends degenerierend – aufgrund der Verstrahlung selbstredend – von sich zu geben und schmiss sich wild zuckend auf den Boden.
“Plähn Beh, Pika, Hahaha, Beh-Pika-Beh-Pika-höhöhö *sabber*”
C.T., der dieses unsägliche und blamable Leiden, das Leiden einer ganzen Truppe, das Leiden einer Truppe die die Welt von Rauchern und George Bush befreit hatte, nun nicht mehr ertrug, setzte zum finalen strategischen Final Strike an, der ein enormes Risikopotential bot, gleichzeitig allerdings auch sein Leben wie auch dass seiner mehr als legendären Truppe aufs Spiel setzte und lud seinen Rucksack von einem fremden Rücken auf den Boden und fing minutenlang an darin herumzuwühlen.
Mendozer verwundert: “Soll das ein Trick sein ?”
C.T., sich sehr anstrengend: “Ich muss mich konzentrieren.”
Mendozer: “Naja…”
Während C.T. minutenlang die endlosen Weiten seines Militär-Rucksacks – der zuvor selbstredend von Brutze getragen werden durfte – durchwühlte, fingen John, Jack und die anderen Mendozeraner – gemeinsam mit den, dank Koali bereits teil-restaurierten, A.S.S.-Force-Kriegern – an zu gähnen, sich gegenseitig Getränke einzuschütten und Karten zu spielen. Augenzeugen behaupteten im Nachhinein sogar sie hätten den Duft von Grillfleisch vernommen, als die legendäre Action-Ikone Commander Torte, den es seit dem letzten Weihnachtsgeschäft auch als Toys´R´Us-Actionfigur mit Weihnachtsmannkostüm® im Handel zu kaufen gibt, schlussletztendlich die annähernde Lösung aller Weltprobleme bekannt gab und einen kleinen mit einer Handschrift versehenen Zettel mit lauter (in diesem Online-Graphic-Novel™ verbesserten) Rechtschreibfehlern aus seinem Rucksack zog, als würde es sich um den heiligen Gral handeln und verkündete mit einer Erhabenheit wie man sie sonst nur von Gerhard Schröder persönlich gewöhnt war: …gar nix. Er hatte ihn einfach zu oft gelesen, kannte den Inhalt immer noch auswendig. Es war ein Brief von General Sahnetorte – seinem Vater:
When you are old enough to read this words
Their meaning will unfold
These words all that’s left
And though we’ve never meet, my only son
I hope you know
That I would have been there to watch you grow
But my call was heard and I did go
Now your mission lies ahead of you
As it did mine so long ago
To help the helpless ones who all look up to you
And to defend them to the end
Defender
Ride like the wind
Fight proud, my son
You’re the defender
God has sent
Plötzlich wusste er, was zu tun ist. Er wandte sich an Mendozer, der in der Tageszeitung Kleinanzeigen studiert: “In Ordnung, Pussy. Der Feind meines Feindes ist mein Freund, obwohl ich diesen Feind weder kenne noch über seine Absichten bescheid weiß. Aber ich sage dir: Wenn du versuchst mich zu bescheißen, dann reiß ich dir den Schädel ab, scheiße rein und töte deine gesamte Truppe danach ebenfalls mit einer ähnlichen Methode!”
“In Ordnung, in Ordnung…Commander, ich schlage vor wir trennen uns und versuchen näheres herauszufinden. Wir sollten in Kontakt bleiben. Wie lautet ihre Telefonnummer?”
“Steht in den Gelben Seiten unter Kammerjäger”
“Alles klar, ich stehe bei den Erotikangeboten!”, sprach sich Mendozer jovial aus.
“Sehr gut. Ich muss jetzt zum Präsidenten, der hat mir ne SMS geschrieben, dass die nukleare Explosion, die nur TobiTwo zu verantworten hat und sonst niemand (!), die Welt an den Rand des 3. Weltkriegs gebracht hat. Auf Wiedersehen Mendozer!”
Torte drehte sich um und ging, seine Truppe folgte ihm.
Willze: ”Aber Sir, wie sollen wir aus dem Chaos hier nach Washington finden.”
Torte blieb stehen, sah mit verwegenem Blick in die Ferne – die Sonne ging erneut wieder auf : “Das ist kein Problem, denn ich habe ja meinen G.U.I.D.E.™!”
Alle verließen schließlich das völlig desolate, von abgeknickten Bäumen geprägte und angesichts der Sonnenstrahlen garnicht mehr so düstere Schlachtfeld in die entsprechenden Richtungen gen West. Nur unter einem Baumstumpf… „rührte“ sich noch etwas, es war eine kleine von einem – nun vollends transzendentem – Umhang verdeckte Kreatur, die niemand wirklich registriert hatte, Nahtod-erlebnis-forscher glaubten anhand der Gespräche mit den betroffenen Reanimierten schließlich festgelegt zu haben, dass dieses Wesen ein geheimnissvoll geartetes Lächeln von sich gegeben haben soll…

Ende
